Google Update zu Fake-Autoren: Straft Google erfundene Autoren jetzt ab?
Kurz gesagt: Seit dem Google Update im Oktober 2026 wertet Google erfundene Autorenprofile ausdrücklich als Täuschung und als Signal für geringe Qualität. Meine ausführliche Analyse mit Beispielen, dem Fall der virtuellen Influencerin Noonoouri und Googles neuen Search Profiles steht auf LinkedIn: Google nennt Fake-Autoren Täuschung: Nutze Experten mit KGMID. Hier geht es um die Umsetzung: woran du deine Autoren einordnest, wie du sie technisch sauber auszeichnest und welche Tools dabei helfen.
Was Google geändert hat
"Das Erfinden von Autorenprofilen (etwa durch KI-generierte Porträtfotos, ausgedachte Namen oder falsche Qualifikationen, damit ein Inhalt so wirkt, als hätten ihn menschliche Experten geschrieben) ist eine Form der Täuschung."
Die deutsche Fassung der Google-Seite ist noch nicht aktualisiert. Wer die Stelle sucht, findet sie bisher nur in der englischen Version.
Vier Autorentypen auf einen Blick
Ob ein Autor Vertrauen schafft, hängt weniger am Namen als daran, ob er sich prüfen lässt.
| Beispiel | Typ | Woran du ihn erkennst | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 1. Fake-Autor | KI-Foto oder Stock-Image, keine Spuren außerhalb der Website, ungewöhnlich hoher Output | Für Google Täuschung |
| 2. Pseudonym-Autor | "Unsere Redaktion", mehrere Personen hinter einem Account, wechselnder Tone of Voice | Kein Betrug, aber kein Beleg |
| 3. Berufs-Autor | Echter Mensch, Jobtitel wie Texter oder Content-Autor, sehr breite Themen, kaum Spuren außerhalb | Echt, aber wenig E-E-A-T |
| 4. Fachexperte | Autorenseite, sameAs, KGMID, Vorträge, Medien oder Bücher | Entität, eindeutig zuzuordnen |
Eine Ausnahme verdient einen Satz: Virtuelle Figuren wie Noonoouri stehen sogar im Knowledge Graph. Sie täuschen niemanden, solange sie offen als Kunstfigur auftreten und mit ihrem echten Urheber verknüpft sind. Ein Fake-Autor gibt dagegen vor, ein echter Experte zu sein.
Im SEOPRESSO-Livestream von SISTRIX hat Björn Darko mich genau danach gefragt. Das Video startet an der Stelle, ab Minute 20:10:
SEOPRESSO-Livestream von SISTRIX mit Björn Darko, ab Minute 20:10: virtuelle Influencer im Knowledge Graph
Was die KGMID leistet und was nicht
Eine KGMID ist die Kennung einer Entität im Google Knowledge Graph. Meine eigene lautet
/g/11j_6bx32b.
Hat ein Autor eine, unterscheidet Google ihn von Namensvettern und kann ihm Beruf, Arbeitgeber
und Veröffentlichungen eindeutig zuordnen.
Was sie nicht ist: ein Nachweis für Fachkenntnis oder ein Rankingfaktor. Google schreibt selbst, dass E-E-A-T kein eigener Rankingfaktor ist. Die KGMID macht aber zurechenbar, was jemand an Erfahrung und Expertise mitbringt.
Für neu eingestellte oder beauftragte Experten sehe ich sie deshalb als Hygienefaktor: keine Garantie für guten Content, aber eine Mindestanforderung. Nach meiner Erfahrung vergibt Google KGMIDs derzeit recht großzügig an echte Menschen, die oft genug online erwähnt werden, besonders in YouTube-Videos.
Quick Win: author und publisher als Graph
Viele Websites haben strukturierte Daten, aber unverbunden. Typisch sind mehrere Schema-Blöcke
pro Seite, ein Autor nur als Name und ein Publisher, der auf jeder Seite neu beschrieben wird.
Graph-based Schema verbindet alles über feste @id-Kennungen.
- author: die Person mit
urlzur Autorenseite undsameAszu externen Profilen. Google schreibt in der Article-Doku, dass esurlundsameAsnutzen kann, um Autoren eindeutig zu unterscheiden. - publisher: die Organisation hinter der Website. Den Verlagsnamen schreibt man
laut Google nicht in
author.name, sondern inpublisher.
So sieht das für diesen Artikel aus, gekürzt auf das Wesentliche:
{
"@context": "https://schema.org",
"@graph": [
{
"@type": "Article",
"headline": "Google Update zu Fake-Autoren: Straft Google erfundene Autoren jetzt ab?",
"author": {
"@id": "https://polisys.de/#person-max"
},
"publisher": {
"@id": "https://polisys.de/#organization"
}
},
{
"@type": "Person",
"@id": "https://polisys.de/#person-max",
"name": "Maximilian D. Muhr",
"url": "https://polisys.de/about-page/",
"identifier": {
"@type": "PropertyValue",
"propertyID": "Google KGMID",
"value": "/g/11j_6bx32b"
},
"worksFor": {
"@id": "https://polisys.de/#organization"
},
"sameAs": [
"https://www.linkedin.com/in/maximilianmuhr"
]
},
{
"@type": "Organization",
"@id": "https://polisys.de/#organization",
"name": "poliSYS",
"url": "https://polisys.de/",
"founder": {
"@id": "https://polisys.de/#person-max"
}
}
]
}
Die KGMID steht hier als identifier. Ob Google diese Angabe auswertet, dokumentiert
Google nicht. Dokumentiert ist dagegen, dass Google url und sameAs nutzen kann. Auf der
Autorenseite steht dieselbe Person mit derselben @id als mainEntity einer
ProfilePage.
Wie Graph-based Schema für Entitäten funktioniert, zeige ich in meinem
Vortrag auf der Campixx 2025. Das Video
startet an der Stelle, ab Minute 6:33:
Ab Minute 6:33: Graph-based Schema am Beispiel einer Music Group mit Mitgliedern und Event
Zwei kostenlose Tools
- Entity Discover Tool: Namen oder Marke eingeben und alle passenden Entitäten aus dem Google Knowledge Graph erhalten, mit KGMID und Confidence Score. Ohne Anmeldung.
- KGMID-Konverter: KGMID einfügen und die direkte Adresse auf profile.google.com erzeugen. Ebenfalls ohne Anmeldung.
Der Konverter zielt auf Googles nächste Stufe über der KGMID: die Search Profiles. Das sind eigene Profilseiten bei Google mit Social-Media-Konten, neuesten Beiträgen und einem Button "Auf Google folgen". Beanspruchen kann man sie laut Google for Creators ab 10.000 Followern auf Instagram, TikTok, YouTube oder X, bisher nur in den USA. Wie du dein Profil schon vorher findest, beschreibt Yvonne Schäfer-Muhr in ihrer Anleitung auf LinkedIn.
Checkliste für Redaktionen
- Bylines prüfen: Gibt es Personen, die nicht existieren, KI-Porträts oder ausgedachte Biografien?
- Ratgeber, Tests und Kaufberatung nicht unter "Unsere Redaktion" veröffentlichen, sondern unter echten Namen.
- Pro Person eine Autorenseite mit Hintergrund, Themen und Belegen anlegen.
- author und publisher als Graph mit @id, url und sameAs auszeichnen.
- Nur Qualifikationen nennen, die sich belegen lassen.
- Für bekannte Autorinnen und Autoren die KGMID suchen und prüfen, ob sie zur richtigen Person gehört.
-
Bei KI-gestützten Texten die fachliche Prüfung sichtbar machen, etwa mit
reviewedByundlastReviewed. Google verlangt in seinen Hinweisen zu generativer KI ohnehin, KI-Inhalte vor der Veröffentlichung manuell zu prüfen.
Wenn du wissen willst, wie Google deine Autoren und deine Marke einordnet: Entitäten Deep Dive by poliSYS.
Quellen
- Google Search Central: Creating helpful, reliable, people-first content, Stand 5. Oktober 2026
- Google Search Central: Google Search's guidance on using generative AI content on your website, Stand 1. Oktober 2026
- Google Search Central: Article structured data, Stand 8. September 2026
- Google Search Central: Profile page structured data, Stand 8. September 2026
- Google for Creators: Search profile, Stand 6. Oktober 2026
- Yvonne Schäfer-Muhr: Exklusiver Hack: So findest du dein Google Search Profile, noch bevor Google in Deutschland damit startet!, 1. Oktober 2026
- Marie Haynes: Google changed their helpful content guidelines to emphasize good "Main Content", 2. Oktober 2026
- Christian Kunz, SEO Südwest: Google ändert Dokumentation zu Helpful Content: Hauptinhalte besonders wichtig, 4. Oktober 2026
- Maximilian D. Muhr: Entitäten, E-E-A-T & SEO, Vortrag Campixx 2025, ab Minute 6:33